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Ewigkeit ~
"Ewigkeit
ist weder Zukunft noch Vergangenheit. Ewigkeit ist eine Dimension
des Jetzt. Sie ist eine Dimension des menschlichen Geistes
— der
ewig ist. Finden Sie dies Dimension in Ihnen selbst und Sie werden
förmlich durch die Zeit reiten, und zwar den ganzen Tag lang. Was
Ihnen hilft bei der Erkenntnis dieser transpersonalen, transhistorischen
Dimension Ihres Seins und Ihrer Erfahrung, sind mythologischen
Archetypen
— diese ewigen Symbole, die in allen
Mythologien der Welt fortleben und stets als förderliche Modelle für menschliches Leben gedient haben."
(Joseph
Campbell,
Pathways to
Bliss)
Ewigkeit
als eine Dimension des Geistes, jenseits von Zeit und Raum —
so
erscheint Zeitlosigkeit aus der Perspektive des denkenden,
fühlenden, und eben in Zeit und Raum befangenen Denkens.
Eigentlich ließe sich eher die Welt aus Zeit und Raum — Mensch,
Kosmos, individuelles Bewusstsein —
als eine Dimension der
Wirklichkeit bezeichnen. Ewigkeit ist das, was jenseits von
Dimensionen und Kategorien ist.
Die
Mythologien
der Welt mögen sich in vielen Aspekten unterscheiden, spiegeln
sich in ihnen doch immer die besonderen Umstände der Lebenswelt,
aus der heraus sie entstanden sind. In einem zentralen Punkt
jedoch berühren sich die mythischen Bilder, die sich die Völker
vom Kosmos machten: Sie alle sprechen von einer anderen
Seinsebene, die der normalen Erfahrungsebene übergeordnet ist: Sie
verweisen auf ein Jenseitiges, auf Transzendenz, auf eine
Anderswelt. Eine Welt, die nicht dem reissenden Strom der Zeit
unterworfen ist, sondern unwandelbar als Wesenskern in allem
gegenwärtig ist.
Die
Mystiker
aller Kulturen und Religionen berichten von derselben Welt, die
sie in ihrem Innersten erfahren haben. Mythen sind letztlich
nichts anderes als Geschichten, die von Helden erzählen, die
Regionen der Psyche bereist haben, welche den meisten gemeinhin
verborgen sind. Die äußere Reise ist im Kern eine Reise nach
Innen. Zu den tiefsten Erfahrungen der Psyche gehört die Erfahrung
der Identität mit dem Ewigen.
Joseph Campbell
nannte es auch "undifferenziertes Bewusstsein": Um sich seiner
selbst bewusst zu werden und Erfahrungen überhaupt erst zu
ermöglichen, muss sich das undifferenzierte Bewusstsein der Welt
in differenziertes Bewusstsein aufspalten. Unsere Gehirne sind
nicht etwa der Ursprung von Geist, sondern Organe, die das
Bewusstsein strukturieren und in bestimmte Bahnen lenken. Die
Entwicklung unserer Persönlichkeit, unseres Ego und damit eines
differenzierten Bewusstseins lässt uns leicht vergessen, dass der
Ursprung des Bewusstseins in der Transzendenz liegt.
Sich
der Ewigkeit zu vergegenwärtigen, dient letztlich keineswegs
einer wie auch immer gearteten Weltflucht. Vielmehr hilft die
Vergegenwärtigung des Ewigen und Unvergänglichen, das Lebendige nicht bloß in seiner Vergänglichkeit
zu beklagen, sondern als Ausdruck des einen Unveränderlichen zu
begreifen und somit rückhaltlos in seiner ganzen Fülle zu
erfahren.
"Denken
in Begriffen des Zeitlichen ist eine Art des Denkens, die im
Mutterschoß dieser Welt befangen bleibt. Eine solche Vorstellung
berührt gar nicht das Problem der Ewigkeit. Jener Sicht zufolge
ist Ewigkeit keine lange Zeit, eher handelt es sich um eine andere
Dimension. Es ist ebendiese Dimension, von der uns das Denken in
Begriffen des Zeitlichen ausschließt. Und so hat es niemals eine
Schöpfung gegeben. Vielmehr findet eine kontinuierliche
Schöpfung statt. Diese Energie strömt gerade jetzt in jede Zelle
unseres Wesens, jede Wand und jeden Ziegel des Gebäudes, in dem
wir sitzen, jedes Sandkorn und Flüstern des Windes. Es ist AUM,
der Klang des Universums, der Klang der nicht durch das Reiben
zweier Dinge aneinander erzeugt wird."
(Myths
of Light)
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Quellen und weiterführende Literatur:
~
Pathways of Bliss. Mythology and Personal Transformation
~ Myths of Light. Metaphors of the
Eternal
~
Das bist
Du
~
Der Flug der
Wildgans
~
Die Kraft der Mythen
~
Reflections on the Art of Living. A
Joseph Campbell Companion
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