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Dualismus ~
"Die augenscheinliche Trennung in der Welt ist nebensächlich. Jenseits
dieser Welt der Gegensätze existiert eine ungesehene, aber erfahrene
Einheit und Identität in uns allen."
(Joseph
Campbell,
Reflections
on the Art of Living)
Unnennbar
ist die Ebene des Bewusstseins, "auf der man sich mit dem
identifizieren kann, was die Gegensatzpaare übersteigt." (Die
Kraft der Mythen) Wir sind gewohnt in Gegensatzpaaren zu
denken, weil unser Gehirn, das im Ablauf der Evolution auf Überleben
programmiert wurde, Strukturen vorgibt, die uns helfen in angemessener
Weise auf unsere Umwelt zu reagieren. Die Welt der Phänomene ist eine
Welt der Vielheit, die wir in Gegensatzpaaren deuten.
Gut und böse sind ein solches Gegensatzpaar, das wir unreflektiert
auf jenes letzte Geheimnis übertragen, das jenseits aller Namen und
Vorstellungen ist. Sobald wir das Mysterium jenseits der Vielheit der
Erscheinungswelt mit dem Namen Gott
bezeichnen, denken wir an den guten Gott. Das Negative
dagegen wird ausgesondert, im Sündenfall durch Menschen verursacht oder
durch den Gott der anderen, den die monotheistischen Religionen immer
gerne zu dämonisieren versucht haben.
Transzendenz denken wir uns als eine Gegenwelt zu der des Leids und
der Unvollkommenheit. Wenn jedoch Gott woanders ist, und nicht länger
teilhat an unserem Leben, dann wird die Welt als
eine Wüste erfahren. Und tatsächlich stammt unser christliches
Gottesbild maßgeblich aus der Vorstellungswelt von Nomadenvölkern, die
sich in grauer Vorzeit in rauer Umgebung gegen eine unwirtliche Umgebung
und die Anfeindungen konkurrierender Stämme zu behaupten hatten. Der
Monotheismus tendiert zu einer Aufspaltung der Welt in gut und böse,
Diesseits und Jenseits.
Ganz anders die Denkweise der
Mystik:
Hier wird Natur als Einheit erfahren. Alles ist heilig. Bemerkenswert an
dieser Vorstellung ist, dass sie nicht allein eine Vorstellung ist, nicht
Produkt spekulativer Metaphysik, sondern erfahrene
Wirklichkeit, die sich besser mit dem modernen physikalischen Weltbild
deckt, als manche sich als aufgeklärt gebärdende Weltdeutung, die
Mystisches als irrational abtut, ohne sich der Bedingtheit unseres
verstandesmäßigen Tuns bewusst zu sein.
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Quellen und weiterführende Literatur:
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Die Kraft der Mythen ~
Das bist Du
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Der Flug der Wildgans
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