Kleine Joseph Campbell Enzyklopädie der Mythologie

[Abendland- [Alter-  [Bewusstsein-  [Bücher-  [Buddha-  [Computer]  [Dualismus-  [Dürckheim, Karlfried]   [Eckhart, Meister[Ewigkeit]
[
Furcht-  [Frauen -  [Geld-  [Goethe, J.W. v.]  -  [Göttin-  [Gott-  [Gral]  [Heldenreise-  [Indien-  [Jesus-  [Joyce, James-  [Jung, C.G.]     [Katastrophen [Kathedralen-  [Kindheit-  [Kitsch-  [Kunst]
[Künstler
-  [Leben]
  -  [Mann, Thomas]  -  [Maya-  [Mitleid [Monotheismus]
[
Musik-  [Mystik-  [Mythologie-  [Natur-  [
Politik-  [Raumfahrt]
[Religion -  [Rituale-  [Schamanismus -  [Sinn [Sport -  [Stille]
[Symbole
-  [Tod-  [Traum-  [Wolfram von Eschenbach-  [Zen]

[Zimmer, Heinrich-  [Zukunft]

 

~ Dualismus ~

"Die augenscheinliche Trennung in der Welt ist nebensächlich. Jenseits dieser Welt der Gegensätze existiert eine ungesehene, aber erfahrene Einheit und Identität in uns allen."

(Joseph Campbell, Reflections on the Art of Living)

Dualismus - Mond mit Erde als sukhavati.de LogoUnnennbar ist die Ebene des Bewusstseins, "auf der man sich mit dem identifizieren kann, was die Gegensatzpaare übersteigt." (Die Kraft der Mythen) Wir sind gewohnt in Gegensatzpaaren zu denken, weil unser Gehirn, das im Ablauf der Evolution auf Überleben programmiert wurde, Strukturen vorgibt, die uns helfen in angemessener Weise auf unsere Umwelt zu reagieren. Die Welt der Phänomene ist eine Welt der Vielheit, die wir in Gegensatzpaaren deuten.

Gut und böse sind ein solches Gegensatzpaar, das wir unreflektiert auf jenes letzte Geheimnis übertragen, das jenseits aller Namen und Vorstellungen ist. Sobald wir das Mysterium jenseits der Vielheit der Erscheinungswelt mit dem Namen Gott bezeichnen, denken wir an den guten Gott. Das Negative dagegen wird ausgesondert, im Sündenfall durch Menschen verursacht oder durch den Gott der anderen, den die monotheistischen Religionen immer gerne zu dämonisieren versucht haben.

Transzendenz denken wir uns als eine Gegenwelt zu der des Leids und der Unvollkommenheit. Wenn jedoch Gott woanders ist, und nicht länger teilhat an unserem Leben, dann wird die Welt als eine Wüste erfahren. Und tatsächlich stammt unser christliches Gottesbild maßgeblich aus der Vorstellungswelt von Nomadenvölkern, die sich in grauer Vorzeit in rauer Umgebung gegen eine unwirtliche Umgebung und die Anfeindungen konkurrierender Stämme zu behaupten hatten. Der Monotheismus tendiert zu einer Aufspaltung der Welt in gut und böse, Diesseits und Jenseits.

Ganz anders die Denkweise der Mystik: Hier wird Natur als Einheit erfahren. Alles ist heilig. Bemerkenswert an dieser Vorstellung ist, dass sie nicht allein eine Vorstellung ist, nicht Produkt spekulativer Metaphysik, sondern erfahrene Wirklichkeit, die sich besser mit dem modernen physikalischen Weltbild deckt, als manche sich als aufgeklärt gebärdende Weltdeutung, die Mystisches als irrational abtut, ohne sich der Bedingtheit unseres verstandesmäßigen Tuns bewusst zu sein.

 

 

___________________________________

Quellen und weiterführende Literatur:

~ Die Kraft der Mythen

~ Das bist Du

~ Der Flug der Wildgans

 

Copyright 2004-2006 Sukhavati.de. All rights reserved