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Aus der Tiefe
"Meine
Bilder schöpfen aus unbekannten Tiefen;
Sie verstehen sich als körperhaft
gewordene Gedanken - Gedanken jedoch,
deren Bedeutung mir selbst im Dunkeln liegt,
die nicht erleuchtet werden wollen, da sie
aus sich selbst heraus leuchten."
Martin
Weyers
Martin Weyers begreift Malerei als einen Denkprozess. Bilder sind
gestaltgewordene Gedanken. Dabei handelt es sich jedoch nicht um
Erzeugnisse der Ratio. Der Umgang mit Pinsel und Zeichenstift ist eine
andere Art des Denkens, deren Resultate jenseits logisch konstruierter
Aussagen Bestand haben.
Bilder wie Aus der
Tiefe oder Versinkender Gedanke veranschaulichen diesen
Prozess des Emportauchens und Versinkens von Wirklichkeit. Woraus taucht
sie werdend empor? Worin versinkt sie vergehend? Kunst kann keine
metaphysischen Fragen beantworten, jedoch vermag sie empfänglich zu machen
für das Mysterium des Seins.
Die
Gemälde und Grafiken von Martin Weyers lassen sich nur schwer in herkömmliche
Kategorien einordnen. Der oftmals expressiven Handschrift steht ein
sorgfältiger Bildaufbau gegenüber. Klassische Kompositionen, die an
traditionelle Sakralkunst erinnern, werden von abstrahierender
Formbehandlung und moderner Farbwirkung gebrochen. Pastose, bisweilen
plastische Gestaltungen treffen auf traditionelle Öllasuren.
Die
verschiedenen Elemente fügen sich zu einer homogenen und
innovativen Bildsprache von großer Tiefe und suggestiver Kraft. Wir
begegnen darin Formen, Figuren und Räumen, die vertraut und fremd zugleich erscheinen, denn in ihnen
wirkt die urtümliche Kraft des Mythos, zu neuem Leben
erweckt durch den Blickwinkel einer visionären Innenschau. Im Moment
einer intensivierten geistigen Innenschau scheinen zeitlose Wahrheiten
auf. Ungewöhnliche Bildfindungsprozesse ermöglichen den Nachvollzug einer
Erfahrung, die vordergründige Sehkonventionen zu durchdringen versteht.
Bezüge zu traditionellen mythischen Themen tauchen unterschwellig auf,
ohne dabei jemals Mythologisches illustrieren zu wollen.
Ausgangspunkt sind nicht die Stoffe der tradierten Literatur, sondern die Tiefen der
Psyche, aus denen im Umgang mit Farbe und Zeichenmaterial
Verborgenes zutage gefördert wird. Archetypisches wird nicht beschworen,
sondern zum Leben erweckt. Im Vordergrund steht keineswegs ein Zurück
zum Mythos vergangener Kulturen, sondern die Fähigkeit, Bilder zu finden für Naturprozesse, deren metaphysische Verwurzelung weit über unser gewöhnliches
Verständnis reichen, und die heute aktueller denn je scheinen müssen.
Besonders augenfällig ist die Art und Weise, wie der Mensch in dieser Bildwelt
erscheint: Reduziert auf biomorphe Gestalten in immer neuer Verwandlung,
steht dabei nicht die zufällige Form, sondern Wesenhaftes im Mittelpunkt, als
Knotenpunkt eines lebendigen Universums. Zwitterwesen
zwischen Mensch, Tier und Pflanze treffen auf stilisierte und damit entindividualisierte Figuren, die eine unmittelbare Identifikation mit
dem Bildgeschehen ermöglichen.
Darin gleicht ihre Funktion zuweilen den Rückenfiguren von Caspar David Friedrich, die, wie
etwa in dem berühmten Wanderer über dem Nebelmeer, wie vor einem
sublimen Abgrund zu stehen scheinen. Anders als die einsamen Wanderer in
romantischer Landschaft jedoch sind diese Wesen keiner biologischen
Gattung zuzurechnen; Sie existieren allein als lebendige Bildgestalten.
Anklänge an Naturformen tauchen nur in Form vager Assoziationen auf. Das Ziel besteht weder in
Nachahmung von Natur, noch in deren systematischer Abstrahierung.
Malerei versucht hier weder, Surrogate für Naturerfahrung zu schaffen,
noch, wie etwa bei Mondrian, das Naturhafte einem intellektuell
konstruierten Gerüst einzupassen. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine
geistige Durchdringung des Seienden mit schöpferischen Mitteln.
Die Grenzen zwischen
Mensch und Umwelt, Innen- und Außenwelt, Materie und Bewusstsein
scheinen aufgelöst. Weite Bildräume, sowie ein Farbauftrag, der das
gesamte Spektrum von Öllasuren bis hin zu mit Sand versetzter
Farbmaterie umfasst, stellen bei aller Fremdartigkeit des Gezeigten
einen unmittelbaren Bezug zum Betrachter her, der förmlich hineingezogen
wird in eine Bildwelt, die fremdartig erscheint und doch alle Sinne
betört. Die Welt ersteht in einem neuen, einem mythischen Licht.
Vertrautes wird als Geheimnis erfahren. Alltag wird zu Kosmos.
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Hochauflösende
Detailansichten

Versinkender
Gedanke
(Detail, 354 KB)
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Versinkender
Gedanke
(Detail, 503 KB)
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Betroffener
Ort
(Detail, 267 KB)
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Betroffener Ort
(Detail, 443 KB)
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Portfolio Grafik
Online Galerie
"Dieser Künstler ist ein Maler-Forscher, der sich in seinen Bildern auf
die Suche nach einem unbekannten Seelenland begibt. [...] Nachdem die
suggestiven Bildszenarien Martin Weyers' aus der Tiefe der Psyche, dem
kollektiven Gedächtnis und den metaphysischen Wurzeln von
Naturprozessen schöpfen, ergibt sich die Frage nach den Quellen der
Inspiration und dem praktischen Gestaltungsvorgang. Die Suche nach
dem künstlerischen Ausdruck beginnt bei ihm mit dem Zeichenstift.
Die Zeichenbewegung spürt den eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen
nach und hinterlässt ihre Spuren auf dem Papier, der Radierplatte
oder der Leinwand. Der Bildträger fungiert dabei als Schnittstelle
zwischen Imagination und Realität. Vorstellung und Zufall wirken
ineinander und führen in ihrem Wechselspiel zu der stets einmaligen
Bildschöpfung."
Dr. Olaf Mückain, Nibelungen-Museum, Worms


Aus der Tiefe2001-02
Öl & Acryl / Leinwand
160 x 140 cm
Im Besitz des Künstlers |

Versinkender
Gedanke
2001-02
Öl, Acryl & Applikation / Leinwand
160 x 140 cm
Im Besitz des
Künstlers
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Die Nacht
durchdringt den Tag
1997
Acryl / Rupfen
130 x 150 cm
Im Besitz des Künstlers
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Ödland 2006
Acryl & Kohle / Holz
120 x 100 cm Preis
auf Anfrage |
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Betroffener Ort
2000
Acryl & Applika-
tion / Leinwand
220 x 150 cm
Privatsammlung
Mannheim
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Das Geheimnis der
verlorenen Gesichter
2002-03
Öl, Acryl & Kreide / Nessel
110 x 140 cm
Preis auf Anfrage |
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Entströmung des
Himmels
2001
Öl, Acryl & Applika-
tion / Leinwand
140 x 110 cm
Privatsammlung
Mannheim |

Blauer
Abgrund
2003
Öl, Acryl & Kohle /
Leinwand
110 x 140 cm
Preis auf Anfrage
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Apotheose
der Göttin 2001
Öl, Acryl & Lack / Leinwand
160 x 130 cm Privatsammlung
Heidelberg
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Verströmung
der Stille
2004
Acryl, Öl & Patina /
Nessel
60 x 40 cm
Preis auf
Anfrage
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Abschied
1997
Öl, Acryl & Kohle / Rupfen
130 x 150 cm
Preis auf Anfrage |

Herbstliche Entfaltung
2000
Öl & Acryl /
Masonit
80 x 100 cm
Preis auf Anfrage |
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Transformation 2002
Öl & Acryl /
Nessel
110 x 140 cm Privatsammlung
Hamburg |

Göttin der Flüsse,
Göttin des Himmels
2003-2004
Öl, Acryl & Patina / Nessel
110 x 160 cm
Preis auf Anfrage
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Reise hinter die Sterne
2004
Öl, Acryl & Applikation / Leinwand
105 x 145 cm
Privatsammlung
Heidelberg
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Was aus
dem Brief wurde
2006
Öl, Acryl, Kreide, Kohle & Applikation / Leinwand
110 x 160 cm
Privatsammlung
Düsseldorf
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