Martin Weyers geb. 1964 in Wuppertal – Maler und Grafiker mit Atelier in der Nähe von Heidelberg, entwickelte eine Bildsprache, in der Mythisches auf zeitgemäße Weise erfahrbar wird. Zuletzt entstanden Arbeiten, die von Novalis und der kalifornischen Mohave-Wüste inspiriert wurden (Weiter als die fernsten Sterne, Ausstellung im Museum Heylshof, Worms, 2010), sowie eine malerische Auseinandersetzung mit dem mythischen Motiv des Weltnabels (Omphalos, Kunstverein Bretten, 2011). Seine Beschäftigung mit Mythen hat unter anderem in einer Zusammenarbeit mit der Joseph Campbell Foundation, Kalifornien, und dem Nibelungenmuseum, Worms, Niederschlag gefunden. Werke in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Mitglied im BBK Mannheim (Berufsverband Bildender Künstler).
Literatur Martin Weyers, Rüdiger Sünner, Michael Ewers, Peter Guttenhöfer: Martin Weyers, Rüdiger Sünner: Das grüne Herz von Kunst und Wissenschaft. Kassel 2011. Band 19 der 'Schriften zur Verteidigung der Kunst': 20 Positionen eines integralen Kunstbegriffs (ISBN: 978-3-933332-41-9)
Ausstellungen 2011 2009
Die ersten Zeichnungen entstanden 1983, inspiriert durch Francis Bacons 'Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion' (1944). In einem Gespräch mit David Sylvester erwähnt Bacon den Bereich organischer Form, welcher – obgleich angedeutet von Picasso – in der Welt der modernen Malerei weitgehend unerforscht geblieben sei. In Weyers' Gemälden, Zeichnungen und Radierungen erscheint die Figur als organische oder anthropomorphe Form, getaucht in einen Raum aus Licht und Farbe. Wiederholt auftretende Motive wie Spirale oder Labyrinth in unterschiedlichsten Erscheinungsformen lassen eine Atmosphäre des Geheimnisvollen entstehen und erweitern den reichen assoziativen Spielraum des Bildgeschehens. Wo Bacon in seinen Bildern Terror und Orientierungsverlust des modernen Lebens zu einem zeitgemäßen Ausdruck verhalf, sucht Weyers nach einer metaphorisch-symbolischen Bildsprache, welche tief in die mystische Dimension der Realität eindringt. 1988 begann Weyers ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Heidelberg, mit der Absicht, durch die Beschäftigung mit Kunst, Metaphysik, Naturphilosophie und Mystik - und somit vor einem tieferen geistesgeschichtlichen Hintergrund - einen Beitrag zu einer neuen, den Gegebenheiten des wissenschaftlichen Zeitalters angemessenen Mythologie zu leisten. Beeinflusst von Philosophen wie Carl-Friedrich von Weizsäcker, die in ihren Werken die Verbindungspunkte zwischen Naturwissenschaften, Metaphysik und mystischer Erfahrung untersuchen, begann Weyers 1989 über die Beziehungen zwischen Mythologie, Kunst und naturwissenschaftlichem Weltbild zu schreiben. Ein fehlendes Glied fand er 1999 in den Arbeiten des amerikanischen Mythenforschers Joseph Campbell. In der Tradition von Carl Gustav Jung behandelte dieser Autor Mythen als Projektionen der Psyche. Hier war ein moderner Interpretationsansatz gefunden, der die Symbole des Mythos ernstnimmt und zugleich in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit steht.
Foto: Annette Mück, Mannheim 2003
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