"Finde dein wahres Gesicht,
das älter ist als die Welt!
Das einzige Geheimnis ist in dir."
Hui-Neng
Martin Weyers
1988-1995
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie an der Universität
Heidelberg
seit 2001
Mitarbeiter der Joseph Campbell Foundation
seit 2005
Hauptberufliche Tätigkeit als freischaffender Künstler
2006
Gründung des Atelier 17 in Ludwigshafen, zusammen mit Tanja Vetter und Alexander
Horn
seit 2008
Mitglied im BBK Mannheim
Projekte und
öffentliche Ankäufe
2006
Kunst und Symbol, Deutsch-Amerikanisches Institut, Heidelberg
2008
Großformatiges Gemälde (200 x 300 cm) für das Foyer des Berufschulzentrum
Schwetzingen
2008-2010
Palimpsest - Auftrag für einen großformatigen Gemäldezyklus über die
Mohave-Wüste, Palm Springs, Kalifornien
2009-2011
Die Verwandlung der Wirklichkeit - Kunst und Spiritualität, Kölnischer
Kunstverein, Köln; Saalbau, Frankfurt-Bockenheim; Berlin; Mannheim
Ausstellungen
2010
Kunstmuseum Heylshof, Worms (Einzelausstellung)
Galerie Schauraum, Worms
2009
Galerie Hilbert, Heidelberg
Galerie Schauraum, Worms
2008
UND#3, Plattform zur Präsentation von Kunstinitiativen, als Gast von Peng!
Mannheim, Karlsruhe
Galerie Hilbert, Heidelberg
Kulturzentrum Alter Bahnhof, Neulußheim (Einzelausstellung)
2007
Nibelungenmuseum, Worms (Einzelausstellung)
BBK, Kulturzentrum Alte Feuerwache, Mannheim
Lange Nacht der Museen, Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen
2006
Deutsch-Amerikanisches Institut, Heidelberg
Kulturzentrum Alter Bahnhof, Neulußheim (Einzelausstellung)
2004
Galerie Siedentop, Reinheim (Einzelausstellung)
2003
Denkfabrik, Mannheim (Einzelausstellung)
ABB Wabenbau, Mannheim (Einzelausstellung)
Die Gemälde und Grafiken von Martin Weyers spielen mit
archetypischen Symbolen, die, in eine neue und innovative
Formsprache gekleidet, unmittelbarer Ausdruck unserer Zeit sind,
und doch zugleich Zeitlosigkeit ausstrahlen.
Die ersten Zeichnungen entstanden 1983, inspiriert durch Francis Bacons 'Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion' (1944). In einem Gespräch mit David Sylvester erwähnt Bacon den Bereich organischer Form, welcher – obgleich angedeutet von Picasso – in der Welt der modernen Malerei weitgehend unerforscht geblieben sei.
In Weyers' Gemälden, Zeichnungen und Radierungen erscheint die
Figur als organische oder anthropomorphe Form, getaucht in einen Raum
aus Licht und Farbe. Wiederholt auftretende Motive wie Spirale oder
Labyrinth in unterschiedlichsten Erscheinungsformen lassen eine
Atmosphäre des Geheimnisvollen entstehen und erweitern den reichen
assoziativen Spielraum des Bildgeschehens. Wo Bacon in seinen Bildern
Terror und Orientierungsverlust des modernen Lebens zu einem
zeitgemäßen Ausdruck verhalf, sucht Weyers nach einer
metaphorisch-symbolischen Bildsprache, welche tief in die mystische
Dimension der Realität eindringt.
1988 begann Weyers ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Heidelberg, mit der Absicht, durch die Beschäftigung mit Kunst, Metaphysik, Naturphilosophie und Mystik - und somit vor einem tieferen geistesgeschichtlichen Hintergrund - einen Beitrag zu einer neuen, den Gegebenheiten des wissenschaftlichen Zeitalters angemessenen Mythologie zu leisten.
Beeinflusst von Philosophen wie Carl-Friedrich von Weizsäcker, die in ihren Werken die Verbindungspunkte zwischen Naturwissenschaften, Metaphysik und mystischer Erfahrung untersuchen, begann Weyers 1989 über die Beziehungen zwischen Mythologie, Kunst und naturwissenschaftlichem Weltbild zu schreiben.
Ein fehlendes Glied fand er 1999 in den Arbeiten des amerikanischen Mythenforschers Joseph Campbell. In der Tradition von Carl Gustav Jung behandelte dieser Autor Mythen als Projektionen der Psyche. Hier war ein moderner Interpretationsansatz gefunden, der die Symbole des Mythos ernstnimmt und zugleich in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit steht.
Maria Lucia Weigel, Heidelberg
Foto: Annette Mück, Mannheim 2003