Emanation der Göttin (Altarbild) - Emanation of the Goddess (Altair Piece) - Radierung von Martin Weyers - martinweyers.com - Malerei, Grafik, Texte über Kunst, Kultur, Symbole & Mythologie

Emanation (2000)

Radierung von zwei Platten, Aquatinta
Plattengröße 40 x 20 cm

 

 

 

 

 

Kunst sollte mehr sein,
als nur ein Spiegel der Zeit,
liegt ihre höchste Bestimmung
doch darin, hinter die
Spiegel zu schauen.

Martin Weyers

 

 

 




 
 
 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

Finde dein wahres Gesicht,
das älter ist als die Welt!
Das einzige Geheimnis ist in dir.


Hui-Neng

Martin Weyers wurde 1964 geboren in Wuppertal, und wuchs auf in Essen und (ab 1973) Recklinghausen.

Der erste maßgebliche Kontakt mit zeitgenössischer Kunst findet statt über die Auseinandersetzung mit dem Werk von Henry Moore, dessen zweiteilige Liegende ('Two Piece Reclining Figure') von 1963/64 im Recklinghäuser Stadtgarten vor dem Festspielhaus, in unmittelbarer Nähe zum elterlichen Wohnhaus, platziert ist.

1986 entstehen die ersten Gemälde. Daneben findet eine intensive Beschäftigung mit philosophischer Mystik und Metaphysik statt. 

1988 Umzug nach Heidelberg, um dort Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie zu studieren - eine geistige Auseinandersetzung, die der Künstler bis heute als maßgeblich ansieht, um eine bildnerische Auffassung zu entwickeln, die auf zeitgemäße Weise an die Grundprobleme menschlicher Existenz rührt.

Seit 2003 hauptberufliche Tätigkeit als freischaffender Künstler und regelmäßiger Ausstellungstätigkeit. 

Nebenher arbeitet Weyers für das Internetforum der Joseph Campbell Foundation, in dem Fragen einer internationalen Teilnehmerschaft aus den Bereichen Kunst, Philosophie, Symbole, Mystik und Transpersonale Psychologie diskutiert werden.

 
Die Gemälde und Grafiken von Martin Weyers spielen mit archetypischen Symbolen, die, in eine neue und innovative Formsprache gekleidet, unmittelbarer Ausdruck unserer Zeit sind, und doch zugleich Zeitlosigkeit ausstrahlen.

Die ersten Zeichnungen entstanden 1983, inspiriert durch Francis Bacons 'Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion' (1944). In einem Gespräch mit David Sylvester erwähnt Bacon den Bereich organischer Form, welcher – obgleich angedeutet von Picasso – in der Welt der modernen Malerei weitgehend unerforscht geblieben sei.

Foto: Annette Mück, 2003

In Weyers' Gemälden, Zeichnungen und Radierungen erscheint die Figur als organische oder anthropomorphe Form, getaucht in einen Raum aus Licht und Farbe. Wiederholt auftretende Motive wie Spirale oder Labyrinth in unterschiedlichsten Erscheinungsformen lassen eine Atmosphäre des Geheimnisvollen entstehen und erweitern den reichen assoziativen Spielraum des Bildgeschehens. Wo Bacon in seinen Bildern Terror und Orientierungsverlust des modernen Lebens zu einem zeitgemäßen Ausdruck verhalf, sucht Weyers nach einer metaphorisch-symbolischen Bildsprache, welche tief in die mystische Dimension der Realität eindringt.

1988 begann Weyers ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Heidelberg, mit der Absicht, durch die Beschäftigung mit Kunst, Metaphysik, Naturphilosophie und Mystik - und somit vor einem tieferen geistesgeschichtlichen Hintergrund - einen Beitrag zu einer neuen, den Gegebenheiten des wissenschaftlichen Zeitalters angemessenen Mythologie zu leisten.

Beeinflusst von Philosophen wie Carl-Friedrich von Weizsäcker, die in ihren Werken die Verbindungspunkte zwischen Naturwissenschaften, Metaphysik und mystischer Erfahrung untersuchen, begann Weyers 1989 über die Beziehungen zwischen Mythologie, Kunst und naturwissenschaftlichem Weltbild zu schreiben.  

Ein fehlendes Glied fand er 1999 in den Arbeiten des amerikanischen Mythenforschers Joseph Campbell. In der Tradition von Carl Gustav Jung behandelte dieser Autor Mythen als Projektionen der Psyche. Hier war ein moderner Interpretationsansatz gefunden, der die Symbole des Mythos ernstnimmt und zugleich in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit steht.

Der Maler soll nicht bloß malen,
was er vor sich sieht, sondern auch
was er in sich sieht. Sieht er aber
nichts  in sich, so unterlasse er auch
zu malen, was er vor sich sieht.

Caspar David Friedrich

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Gemälden des Mittelalters
haben sie den Himmel in Gold gemalt. Heute ist auf unseren Photographien ein blauer Himmel abgebildet.
Wir halten den goldenen Himmel
für eine Abstraktion.

In der Vorstellung
des Mittelalters hingegen
galt ein blauer Himmel
als Abstraktion.
Ihr Anliegen war Realismus
- die Realität des Göttlichen,
die alles in der physischen Welt durchströmte.

Bill Viola

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